Verkehrssicherheitsinitiative "Hallo Auto" -        Wie lang ist der Bremsweg?

Vor kurzem hielt der ADAC Südbayern für die Klassen 5a und 6a der Grund- und Mittelschule Buchbach die bundesweit angelegte Verkehrssicherheitsinitiative „Hallo Auto“ ab, die zur Verbesserung der Schulwegsicherheit führen soll. Dabei sollen die Schüler lernen, den Anhalteweg eines Autos einzuschätzen. Kinder verhalten sich im Straßenverkehr anders als Erwachsene, dies sollte geübt werden.

 

Wann kommt ein Auto mit 50 km/h nach einer Vollbremsung zum Stehen? Diese Frage stellte die ADAC Moderatorin Ingrid Meindl den Schülern beim ADAC Verkehrsunterricht „Hallo Auto“. Um den Bremsweg einzuschätzen, stellten die Schüler nummerierte Pylonen an den Fahrbahnrand. Ob sie richtig lagen, zeigte der anschließende Versuch: Ein Demonstrationsfahrzeug näherte sich mit Tempo 50 und legte eine Vollbremsung hin. Das Ergebnis: Die Kinder verschätzten sich gewaltig – das Auto schlittert an den Pylonen vorbei. Hätten sie als Fußgänger die Straße überquert in dem Glauben, der Fahrer könnte das Fahrzeug noch rechtzeitig zum Stehen bringen, wäre eine Kollision unvermeidbar gewesen. Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms „Hallo Auto“ ist es, dass sich die jungen Teilnehmer Schritt für Schritt die lebensrettende Formel „Reaktionsweg + Bremsweg = Anhalteweg“ einprägen.

 

 

Zum Abschluss durften die Schüler selbst auf dem Beifahrersitz mit einem Zweitpedal das Auto zum Stehen bringen – ein eindrucksvoller Selbstversuch mit der zusätzlichen Einsicht, dass Anschnallen eine wichtige Sicherung ist. Ebenfalls im Selbstversuch erlebten die Kinder die ablenkende Wirkung durch Smartphones und Kopfhörer. Dadurch wird ihnen vermittelt, dass sie als Fußgänger im Straßenverkehr überdurchschnittlich stark gefährdet sind.

 

Seit über 30 Jahren hat der ADAC Südbayern mit dem unkonventionellen Verkehrsunterricht über 300 000 Kinder fit für die Gefahren des Straßenalltags gemacht. Die Lerninhalte orientieren sich an der unterschiedlichen Wahrnehmung im Vergleich zu Erwachsenen. Versuche haben gezeigt, dass die jungen Verkehrsteilnehmer die Richtung, aus der ein Geräusch kommt, nur unzulänglich bestimmen können. Wegen ihrer geringeren Körpergröße haben sie keinen Überblick über das Verkehrsgeschehen. Zudem fehlt ihnen die Fähigkeit, das Tempo eines Fahrzeugs richtig einschätzen zu können. Bei Lehrern und Schülern stößt der anschauliche Verkehrsunterricht durchwegs auf positive Resonanz, besonders der hohe Praxisanteil und die verkehrspädagogischen Inhalte.

 

Der ADAC Südbayern ist Organisator und Hauptträger und wird von den Michelin Reifenwerken sowie der Kommunalen Unfallversicherung Bayern unterstützt. Förderpartner ist außerdem das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.  (Franz Rampl)

 

 

Foto: Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5a und 6a der Grund- und Mittelschule Buchbach nach Aufklärung über den Bremsweg, Anschnallpflicht und Handy-Nutzung im Verkehr mit der Moderatorin Ingrid Meindl vom ADAC (links hinten)   (ram)